Ein Ort für gemeinsames Tun
“Wir haben hier doch echt viel Platz”, wirft Alex unverhofft in die Runde. Wir wuseln gerade in der Küche, denn ein Kochabend stand im Kalender. Es soll Kürbissuppe, Blumenkohlbratlinge und eine vegane Schokocreme geben. Michael kämpft mit den Möhren. Die Zwiebeln zischen bereits im heißen Kokosfett und Julia hat sich nebenbei ein Glas Wein genehmigt.
“Ja, schon”, erwidert sie. “Und?”
“Naja. Ich dachte, wir könnten vielleicht die Scheune als Arbeits- und Seminarort ausbauen. Und vielleicht ein paar Gästezimmer im Dach”, ergänzt Alex. Alex ist sich auf einmal gar nicht mehr so sicher, ob er das gesagt oder nur gedacht hat. “Hallo?” “Das ist aber mehr als ein bisschen aufräumen”, gibt Dirk zögerlich zu bedenken. “Wie kommst du darauf?”, fragt Hanna. “Wir arbeiten doch eh alle hier. Und da können doch auch noch ein paar Leute dazukommen.” “Für meine Kurse wäre es praktisch, nen Raum gleich hier zu haben”, überlegt Julia. “Kurze Wege.” “Aber wie soll das denn gehen?”, fragt Michael.
“Da braucht es ein Konzept”, wirft Dirk ein. “Dann rechnen wir noch die Kosten aus und dann geht’s los.” “Und zwischendurch schaut bitte jeder mal ganz kurz auf seinem Konto nach und dann entsorgen wir das Konzept unter der Kategorie: ‘Wäre schön gewesen’”, glaubt Michael zu wissen. “Was geht ab?”, fragt Dirk. “Genau”, stimmt Hanna zu. “Warum bist du so negativ? Lass doch mal schauen, ob da was geht.” Michael winkt ab. “Geld ist nie das Problem”, sagt Alex. “Eine Sache, die mir mein Opa beigebracht hat.” “Mein Konto spricht da ne andere Sprache”, hält Michael dagegen. “Das wird sich in der Konzeptphase zeigen”, sagt Dirk nach kurzer Pause.
“Wie das?”, fragt Julia. “Nun, im Konzept geht es grob darum, was wir uns vorstellen, wen das interessieren könnte und wer bereit ist, das Projekt mit Manpower und Geld zu unterstützen.” “Mmh”, überlegt Julia. “Und in dem ganzen Prozess prüfen wir so ehrlich wie nur möglich, welchen Beitrag jeder von uns mit welchem Commitment bereit ist, zu leisten.” Dirk schaut in die Runde. Hanna und Alex nicken. Julia scheint auch überzeugt. Und Michael kämpft weiter mit den Möhren. “Und wie geht das genau mit dem Konzept?”, fragt Julia Dirk. “Da kann ich uns durchführen”, sagt Dirk. “Das mach ich aktuell in einem Projekt, mit Klienten von mir.”
“Ach echt?”, wundert sich Hanna. “Ich dachte, du räumst nur auf?” Dirk schüttelt mit großen Augen den Kopf. “Oh nein. Planungen und Konzepte gehören zum festen Bestandteil meiner Arbeit. Ordnung in den Gedanken, sag ich mal.” “Das aufgeräumte und beschriftete Regal”, sagt Julia mit erhobenem Zeigefinger, “ist also das nachvollziehbare Konzept hier, in unserem Fall.” “Genau.” Dirk nickt.
“Dann haben wir das auch geklärt und könnten jetzt loslegen." Oder?” Alex schaut begeistert in die Runde. “Unverhofft kommt oft”, meint Julia sagen zu müssen. Nur Michael schneidet weiter an den Möhren. Ohne Kommentar. |