Hey,

willkommen im Oktober2026. Eine kleine Erinnerung an die Urlaubszeit. Heute kommt Teil 3 der Dreier-Serie. Viel Spaß beim Lesen🙂

Teil 3: Gar nicht so einfach

Zur gleichen Zeit, irgendwo auf Rügen.

Ich hätte nicht gedacht, dass es so schwierig ist, die Gedanken auszumisten.
Wenn ich im Büro, der Küche oder Werkstatt aufräume, dann hole ich die Dinge halt aus Schränken, Regalen und den Ecken hervor. Ich sortiere aus, was raus kann und finde für die Dinge, die bleiben, einen passenden Ort.

Aber die Gedanken? Wie ich feststelen konnte, treten die dadurch zutage, dass ich einfach Zeit habe, Ablenkungen vermeide und mich aktiv bewege. Dieses Zeithaben bringt dann nach und nach alle möglichen und unmöglichen Gedanken ans Licht.

Mein Gott sind das Viele! Es ist ein bisschen so, wie beim Keller ausmisten, wo dann 15 Hämmer, 8 Zollstöcke und 9 Luftpumpen auftauchen. Warum? 
Na weil man in Ermangelung des Wiederfindens immer wieder Neue gekauft hatte. Nur, dass ich die immerselben Gedanken vorher nicht erst kaufen muss. Ein kleiner Trost?

Nichts tun – eine Herausforderung – ist also das Schränke ausräumen bei den Dingen. Soweit ist es mir schon klar geworden. Je mehr Nichts tun, umso mehr Gedanken.

Was mir noch nicht klar ist: Wie geht das mit dem Loslassen? Verkaufen? Verschenken? Tonne auf und rein?
Gibt es hier auch so etwas wie: "Das könnte ich ja nochmal gebrauchen."?
Was ist denn das Festhalten an den Gedanken, die ich nicht mehr brauche?
Und wo sind die Gedanken, die mir nützen? Die sind mir beim Nichts tun noch sehr sparsam untergekommen. Es gibt zwar ein Regal für: "Wir schaffen das." und "Alles ist gut." Das ist aber randvoll mit: "Oh je.", "Ach du liebe Zeit." und "Wie soll das denn funktionieren?"
Kein Wunder, dass da ein "Kein Grund zur Sorge." keinen Platz findet.

Mir ist klar, welche Gedanken es hier nicht mehr braucht. Ich hab sie aufgeschrieben und nun können sie, zusammen mit den unbehaglichen Gefühlen, gehen. Nur: Wohin damit?

Nachts wurden mir dann ungefragt neue Gedanken zugespielt, von wem auch immer. Die können alle raus!
Von wegen am Tag sind die dann verschwunden. Schön wärs. Beim mir-Zeit-nehmen singen diese Störenfriede gemeinsam, laut und schief an jeder Ecke, an der ich vorbei komme.

Ich habe doch Urlaub, will mich erholen. Und jetzt stapelt sich der Gedankenwust überall in meinem inneren Universum, zum Leitwesen der dort lebenden Anteile. Die sind sowieso schon genervt, weil es nichts zu tun gibt.

Und jetzt? Keine Ahnung. Es heißt ja, Meditation hat was mit Gedanken, also deren Abwesenheit, zu tun. Also das Verweilen im gedankenfreien Raum. Kein Wunder, dass mir das so schwer fällt. Ich sehe hier keinen gedankenfreien Raum.
Ich setze mich trotzdem hin, schließe die Augen, atme tief durch. Dann nehme ich den ersten Gedanken, setze ihn auf eine Wolke und gebe dieser einen Schups. Dann der nächste und nächste...

Komm, mach mit. Hier müssen noch viele Gedanken per Wolkenpost abgeschickt werden.

Herzliche Grüße 🌞

Dirk

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